Fledermaus basteln aus Naturmaterialien
Fledermaus basteln aus Naturmaterialien

Kaum ein Tier fasziniert uns so wie die Fledermaus: Sie sieht mit den Ohren, schläft über Kopf und fliegt mit den Händen! Aus gesammelten Waldmaterialien basteln wir heute unsere eigene Fledermaus, die vor allem eins ist – ungeheuer niedlich.

Von einer fliegenden Maus haben Fritz (4) und Lio (4) noch nie gehört. Und erst recht nicht von einer, die mit dem Kopf nach unten schläft. „Die will ich unbedingt mal sehen!“, sagt Lio. Doch leider sind Fledermäuse immer nur wach, wenn die beiden Jungen schon schlafen. Zusammen mit ihren Müttern basteln sie daher eine Fledermaus aus Blättern, Bucheckern und Kastanien, die sie bei einem ausgedehnten Waldspaziergang eifrig zusammengetragen haben.

Mit Bucheckern basteln

Ihre Blätter sind schon einige Tage gepresst, als die Jungen anfangen zu basteln. Zunächst kleben sie mithilfe der Erwachsenen Bucheckern aneinander, sodass ein kleiner Turm entsteht. Dieser muss nun gut trocknen, bevor weitergewerkelt werden kann.

Die gereinigten Bucheckern werden zu einem kleinen Turm zusammengeklebt. Am besten geht das mit Heißkleber.

Währenddessen wollen es Lio und Fritz ganz genau wissen: „Warum schlafen Fledermäuse denn mit dem Kopf nach unten? Das ist doch ungemütlich!“ „Für Fledermäuse ist das ganz normal“, weiß Mutter Kathrin. „Ihr ganzer Körper ist darauf eingestellt. Und aus dieser Position können sie auch am schnellsten wieder losfliegen. Kaum zu glauben, aber wahr.“

Fledermäuse: nachtaktiv und hungrig

Losfliegen tun die Fledermäuse übrigens nur in den Monaten April bis November und nur in den Abend- und Nachtstunden. Dann machen sich die nachtaktiven Tiere auf die Jagd nach Insekten. Bis zu zehn Gramm verspeisen sie täglich. Besonders im Herbst ist das wichtig, weil die Fledermäuse sich in dieser Zeit den Speck für ihren Winterschlaf anfuttern. Das einzige Säugetier, das fliegen kann, ist auf allen Kontinenten zu Hause, die Antarktis natürlich ausgenommen. Denn Fledermäuse haben es lieber etwas wärmer. Etwa 1200 Arten gibt es, die vorwiegend tropische Klimazonen bewohnen. Doch auch in Deutschland sind etwa 25 Arten bekannt. In Felsspalten, Höhlen oder Mauernischen fühlen sie sich am wohlsten.

Eine Kastanie als Fledermausgesicht

Nach diesen spannenden Informationen können Fritz und Lio inzwischen weiterbasteln. Auf eine Kastanie malen sie ein Gesicht, anschließend werden die Hütchen der Bucheckern als Ohren angeklebt. Dann bringen die beiden Pfeifenreiniger in Form und die ganze Fledermaus kann aus den Einzelteilen zusammengesetzt werden.

Mit einem wasserfesten Stift wird ein Gesicht auf die helle Seite der Kastanie gemalt.
Aus Pfeifenreinigern Arme und Beine formen: dazu zunächst den Draht um sich selbst verdrehen, sodass die Form eines X entsteht. Dann die Flügel
auf die gepressten Ahornblätter kleben.

„Niedlich“, befinden die beiden Jungen. Noch vor wenigen Jahrzehnten hätten sie mit dieser Meinung allein dagestanden. Denn früher fürchteten Menschen diese ungewöhnlichen Tiere. Heute sind sie zum Glück gut erforscht und stehen unter Naturschutz.

Tierisches Bastelprojekt

Da ihr Lebensraum und auch ihre Nahrungsquellen immer knapper werden, sind die fliegenden Säuger heutzutage bedroht. Der Naturschutzbund Deutschland e.V. hat daher sogar ein Fledermaustelefon
eingerichtet. Wer Fragen zu den Tieren oder sogar eine Fledermaus gefunden hat, kann sich dort umfassend beraten lassen.
„Das brauchen wir aber nicht“, sagt Fritz. Sein Freund Lio lacht: „Nein, unsere Fledermaus ist doch gar nicht echt …“ Das vielleicht nicht, aber dafür ein echter Hingucker. Das tierische Bastelprojekt ist nun fertig und kann endlich aufgehängt werden. Doch auch wenn Fledermäuse am liebsten in dunklen Nischen leben, bekommt diese Fledermaus einen Ehrenplatz im Kinderzimmer.

Fledermaus basteln aus Naturmaterialien
Zum Schluss wird die Kastanie vorsichtig auf die erste Buchecker geklebt. Nun kann die Fledermaus befestigt werden – kopfüber natürlich.

Eine ausführliche Step-by-Step-Anleitung, in der jeder einzelne Schritt mit jeweils passendem Bild dazu genau beschrieben wird, finden Sie in der Ausgabe LandKind 05/21.

Text: Julia Bruning; Fotos: Ann-Kathrin Lüttmann