Erntedankfest: Geschichte und Ideen zum Feiern mit Kindern
Die Erntedankfest-Geschichte reicht weit zurück. Schon die Römer wussten: Eine volle Vorratskammer verdanken wir nicht nur harter Arbeit, sondern auch der Natur. Deshalb feierten sie Ceres, die Göttin des Ackerbaus – mit Festen, Ährengarben und jeder Menge Dankbarkeit.
Einmal im Jahr halten wir inne und erinnern uns daran, wie wertvoll ein reich gedeckter Tisch ist. Das Erntedankfest bietet dir und deinen Kindern eine wunderbare Gelegenheit, die Natur und ihre reichen Gaben wertzuschätzen – mit bunten Umzügen, kreativen Bastelprojekten und lehrreichen Spielen.
Wenn der Herbst seine Schätze zeigt: Erntedank feiern
Goldene Ähren, frisches Gemüse, knackig rote Äpfel, die mit den Wangen deiner Kinder um die Wette leuchten. Der Herbst ist da, und mit ihm das wohl traditionellste und älteste Fest dieser Jahreszeit: das Erntedankfest. Die Natur und die harte Arbeit der Bauern haben Früchte getragen. Ein Anlass, der schon in vorchristlicher Zeit Grund zum Feiern und Danksagen war.
Goldene Getreidefelder im Herbst: Die reife Ernte ist der Grund, beim Erntedankfest der Natur und den Bauern zu danken.
Um die Felder und Beete abzuernten, waren und sind trotz hilfreicher Maschinen viele Hände nötig. Vor allem auf dem Lande wird heute noch vielerorts das Einbringen der Ernte traditionell begangen. Aber auch zu Hause kannst du mit deiner Familie auf vielfältige Weise Erntedank feiern und die Natur würdigen.
Erntedankfest-Geschichte: Von antiken Göttern bis zur Gegenwart
Die Erntedankfest-Geschichte reicht weit zurück in vorchristliche Zeiten. Dass gut gefüllte Vorratskammern nicht alleine durch harte Arbeit, sondern auch durch die Natur oder eine höhere Macht mitbestimmt werden, wussten schon die Römer. Sie dankten Ceres, der Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit, für ihre Hilfe und veranstalteten ihr zu Ehren ein Fest. Oft wird sie mit einem Ährenkranz (Corona spicae) oder einer Ährengarbe dargestellt, die als Symbol für die Nahrung stehen.
Im antiken Griechenland huldigten die Menschen der Göttin Demeter, die in ihren Augen für die Fruchtbarkeit der Erde, des Getreides, der Saat und der Jahreszeiten zuständig war. Ihre Hauptattribute sind die Weizenähre und der Mohn. Oft wurde sie auch zusammen mit Blumen, Früchten und Samen dargestellt.
Das Erntedankfest in der christlichen Tradition
Zur Erntedankfest Geschichte gehört auch die christliche Entwicklung: Erste Belege für das Erntedankfest in der katholischen Kirche stammen aus dem 3. Jahrhundert. Einen einheitlichen Termin gab es jedoch nicht, da die Ernte je nach Klimazonen zu unterschiedlichen Zeiten eingebracht wurde. Erst 1972 legte die Bischofskonferenz der katholischen Kirche den ersten Sonntag im Oktober als Festdatum fest, ohne dies jedoch verbindlich auszusprechen.
Bis heute ist das Erntedankfest kein offizieller Bestandteil des Kirchenjahrs, dennoch ist der Brauch in vielen Gemeinden üblich und wird mit Danksagen und der Segnung der Erntegaben gefeiert. Auch in der evangelischen Kirche ist das Fest nicht verpflichtend, sondern wird seit 1985 für den ersten Sonntag im Oktober empfohlen.
Das amerikanische Thanksgiving erinnert zwar an das Erntedankfest der Pilgerväter, hat aber nicht mehr viel damit zu tun. In den USA wird es am vierten Donnerstag im November als Dankesfest für alles Gute und allen Erfolg innerhalb der Familie mit einem traditionellen Truthahnessen begangen.
Erntedankfest mit Kindern: Den Kreislauf der Natur erleben
Früher, als noch etwa 80 Prozent der Menschen auf dem Land lebten und auf eine gute Ernte angewiesen waren, um sicher über den Winter zu kommen, hatte das Erntedankfest eine deutlich größere Bedeutung. Heute, in Zeiten, in denen die Regale und Teller immer gut gefüllt sind, bietet das Erntedankfest mit Kindern dir eine wunderbare Gelegenheit, ihnen den Kreislauf der Natur und ihre Früchte spielerisch näherzubringen.
Festlich geschmückter Erntedank-Altar: Mit einer Erntekrone aus Getreideähren, frischem Obst, Gemüse und Blumen werden die Gaben der Natur in der Kirche gesegnet.
Bibelbrot backen: Vom Korn zum Brot
Wenn du das Erntedankfest mit Kindern gestalten möchtest, ist gemeinsames Backen ideal. Zum Beispiel kannst du mit der ganzen Familie ein Bibelbrot backen. Das Mehl dazu lässt sich auch selbst herstellen. Besorge dir bei einem Bauern Getreideähren oder im Naturkostladen ganze Getreidekörner, die du in einem Mörser oder in einer Getreidemühle zu Mehl mahlst.
Alternativ eignet sich auch ein selbst gebauter Mörser aus zwei rauen Kieselsteinen. Lege die Körner auf den größeren flachen Stein und lass deine Kinder mit dem kleineren kreisförmig mahlen. Trenne das Mehl von den Schalen und verarbeite es weiter zu Brot. Das selbst gebackene Bibelbrot kann in der Kirche zusammen mit den Früchten der Ernte aufgebaut und gesegnet werden.
Erntedank feiern mit Spielen: Lernen mit allen Sinnen
Wenn du Erntedank feiern möchtest, bietet sich ein Naturspielenachmittag mit der ganzen Familie an. Kinder lernen mit allen Sinnen, und hier sind drei wunderbare Spielideen für dich:
Das Geschmacksspiel
Beim „Geschmacksspiel“ werden verschiedene Erntefrüchte wie Äpfel, Nüsse, Gurke, aber auch getrocknete Früchte zurechtgelegt. Anschließend werden deinen Kindern die Augen verbunden und sie müssen nacheinander probieren und erraten, was sie gerade essen.
Das Fühlspiel
Genauso können die Früchte auch erfühlt werden, indem alles unter einem Tuch versteckt wird und durch reines Ertasten herausgefunden werden muss, um was es sich handelt.
Das Früchtekette-Spiel
Das „Früchtekette-Spiel“ kannst du je nach Alter deiner Kinder variieren. Dabei müssen Gemüse und Obst nach bestimmten Vorgaben an einer Schnur entlang sortiert werden. Für kleinere Kinder kann das eine Sortierung nach Farben, Größen oder Beschaffenheit (von weich nach hart oder rau nach glatt) sein. Für größere Kinder wird ein Zeitlimit festgelegt und die Erntegaben müssen mit ihren Anfangsbuchstaben nach dem Alphabet sortiert werden.
Erntedank feiern durch Basteln: Erntekränze und Strohpuppen
Zum Erntedankfest gehört auch das kreative Gestalten. Das Basteln einer Erntepuppe aus den letzten Getreidebündeln auf dem Feld hat eine lange Tradition und war früher das Geschenk für den „Geist des Getreides“, der auch im nächsten Jahr für eine gute Ernte sorgen sollte.
Selbstgebastelte Erntepuppe: Eine liebevoll gestaltete Dekoration zum Erntedankfest, die du ganz einfach mit deinen Kindern nachbasteln kannst.
Erntepuppe selber basteln
Dazu werden die Ähren an zwei Stellen zusammengebunden und der Bereich dazwischen ausgestopft, sodass ein runder Kopf entsteht. Für die Arme seitlich einige Ähren einstecken. Heute zieren große Puppen aus Strohballen in vielen Dörfern den Ortseingang und weisen auf das Erntedankfest hin.
Erntekronen und festliche Umzüge
Aus Getreideähren, Blumen und bunten Bändern werden in vielen Orten für den Umzug riesige Erntekronen geflochten. Die Erntekönigin bekommt eine kleinere Ausgabe als Kopfschmuck und zieht auf einem geschmückten Wagen neben Spielmannszügen und den Bauern auf ihren dekorierten Traktoren und Feldmaschinen durchs Dorf.
Prächtig geschmückter Festwagen beim Erntedankfest-Umzug in Rosenheim: Mit Sonnenblumen, bunten Dahlien und Kürbissen wird die Ernte gefeiert.Musikkapelle beim Erntedankfest-Umzug in Rosenheim: In traditioneller Tracht ziehen die Musiker durchs Dorf und sorgen für festliche Stimmung – auch die Kleinsten sind mit dabei.
Die großen Erntekränze werden oft von mehreren Frauen der Dorfgemeinschaft geflochten und verziert. So wird die Tradition, der Natur zu danken, von einer Generation an die andere weitergegeben. Puppen aus Stroh oder mit Stroh gefüllt werden mancherorts sogar als Opfergabe verbrannt.
Das Erntedankfest mit Kindern: Eine Tradition, die verbindet
Wenn du das Erntedankfest mit Kindern feierst, vermittelst du ihnen wichtige Werte: Dankbarkeit für die Gaben der Natur, Wertschätzung für die Arbeit der Bauern und ein Bewusstsein für den Kreislauf der Jahreszeiten. Ob beim gemeinsamen Backen, bei Erntedankspielen oder beim Basteln traditioneller Dekorationen – jede dieser Aktivitäten stärkt das Naturverständnis und schafft bleibende Erinnerungen.
Die Geschichte des Erntedankfests zeigt uns, wie tief verwurzelt dieser Brauch in unserer Kultur ist – von den antiken Göttinnen Ceres und Demeter über die christliche Tradition bis zu den modernen Festen in Gemeinden und Familien. Wenn du Erntedank feiern möchtest, ehrst du nicht nur die Natur, sondern gibst auch diese wertvolle Tradition an die nächste Generation weiter.
Na, hat es dir gefallen?
Wir freuen uns immer wahnsinnig über ein Kommentar oder eine Verlinkung auf Instagram @landkind_magazin!
Melde dich einfach mit deinem Namen und deiner E-Mail-Adresse für den LandKind-Newsletter an – so bleibst du immer auf dem Laufenden und verpasst keine Ausgabe!
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Na, hat es dir gefallen?
Wir freuen uns immer wahnsinnig über ein Kommentar oder eine Verlinkung auf Instagram @landkind_magazin!