Frische Küchenkräuter sind im Winter besonders gesund. Einige Pflanzen lassen sich noch im Garten ernten, andere gedeihen gut auf der Fensterbank.

Küchenkräuter lassen sich in hübschen Vasen, Töpfen oder selbst gestalten Dosen sehr dekorativ einsetzen.

Frische Kräuter zu jeder Jahreszeit ernten – das ist durchaus
möglich. Draußen im Garten funktioniert das mit immergrünen, winterharten Pflanzen, die in den unteren Teilen oft verholzen. Dazu gehören Sorten von Lorbeer, Rosmarin, Salbei und Thymian. Sie können das ganze Jahr hindurch geerntet werden und duften und schmecken auch jetzt noch fast wie im Sommer. Bei der Ernte muss nur bedacht werden,
dass die Pflanzen im Winter keine neuen Blätter bilden. Deshalb ist es besser, nur einzelne Blätter abzuzupfen. Aus dem Vollen schöpfen kann, wer seine Küchenkräuter auf der Fensterbank zieht. Das ist praktisch, gesund und einfach.

Nur wenige Sorten des Rosmarins sind winterhart. Auf der sicheren Seite ist, wer sie im Haus zieht.

Aussaat und Pflege von Kräuter 

Samen und Anzuchterde gibt es im Gartencenter oder im Versandhandel zu
kaufen. Blumenerde eignet sich nicht für die Aussaat, denn sie enthält zu viele Nährstoffe für die Keimlinge. Die Anzuchterde wird in einer Schale verteilt und leicht angedrückt. Dann die Samen gleichmäßig über die Fläche verteilen, mit etwas Erde bedecken und wässern. Über die Schale eine durchsichtige Plastikfolie spannen oder eine dünne Glasscheibe darüberlegen. Das hält die Feuchtigkeit und es entsteht ein günstiges, leicht feuchtes Kleinklima. Dann heißt es warten. Manche Kräuter wie die Kresse
zeigen sich schon nach wenigen Tagen, Rucola-Salat braucht ein bis zwei Wochen, die Petersilie hingegen lässt sich so viel Zeit, dass den Kindern oftmals die Geduld ausgeht.

Kräuter auf der Fensterbank sind praktisch. Außerdem erinnern sie an wärmere Tage.

Auf den Samenpackungen steht immer drauf, bis wann die Keimlinge zum
Vorschein kommen. Während dieser Zeit muss die Erde gleichmäßig feucht bleiben. Wenn die Keimlinge einige Zentimeter gewachsen sind, werden sie einzeln oder zu mehreren in die Töpfe verteilt. Das Schöne bei der Kräuterzucht im Haus ist, dass im Grunde jedes Gefäß als Pflanzbehälter
dienen kann: ausgediente Kochtöpfe, Omas alter Wasserkessel, Joghurt- und Quarkbecher, Gläser, Keramikschüsseln oder Holzkisten. Da gestaltet jeder sein Kräutergärtchen nach Geschmack.

Die Blätter der Zitronenmelisse bringen eine frische Note in Tafelwasser und Tee.

Geeignete Kräuter

Eigentlich lassen sich alle Kräuter im Haus ziehen, sofern der Standort den
Bedürfnissen der Pflanzen entspricht. So brauchen Thymian und Rosmarin viel Sonne und trockene Erde, Petersilie benötigt einen nährstoffreichen Boden, Kresse wächst immer. Dennoch gibt es im Winter ein großes Aber: Unsere Tage sind kurz, Sonnenlicht ist knapp und in der Wohnung ist es warm. Mediterrane Kräuter leiden unter Lichtmangel, einheimischen Kräutern fehlt die Kälte. Weil jede Wohnung individuell ist, muss experimentiert werden. Ein Küchengarten ist nicht zuletzt ein Erfahrungswert.

Thymian mag einen sonnigen, hellen Platz. An einem geeigneten Standort lassen sich fast alles Küchenkräuter in der Wohnung ziehen.

Probieren Sie verschiedene Kräuter an unterschiedlichen Standorten aus! Säen Sie aus, aber verwenden Sie gutes Saatgut. Düngen Sie nur mit speziellem Kräuterdünger. Gießen Sie sparsam. Am
besten testen Sie regelmäßig mit dem Finger, ob die Erde noch feucht ist. Zu viel Wasser in den Gefäßen kann dazu führen, dass die Wurzeln faulen.
Mit der Zeit wissen Sie, was geht und was nicht. Übrigens: Die „Kräuter im Topf“ aus dem Supermarkt sind nur für den Verbrauch gedacht. Sie zu kultivieren, gelingt in der Regel nicht. Davon abgesehen, wäre das nur der halbe Spaß.

Die meisten Küchenkräuter wachsen gut im Haus. Im Idealfall werden sie zügig verbraucht.

Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe LandKind 01/19.