Monatelang werden sie kaum beachtet, doch nun stehen sie im Mittelpunkt des Gartens. Nadelbäume haben einiges zu bieten und schön sind sie außerdem.

Unsere einheimische Weißtanne (Abies alba) hält einige Rekorde: Sie kann über 600 Jahre alt werden und gehört mit bis zu 65 Metern Höhe zu den höchsten Bäumen Mitteleuropas. Ihre Wurzeln reichen tiefer als die aller anderen Nadelbäume. Fest verankert in den Tiefen des Waldbodens trotzt sie heftigen Herbststürmen und trockener Sommerhitze. Für den Garten eignet sich die Weißtanne aber nicht, sie ist zu groß und zu mächtig. Dieser stolze Baum gehört in den Wald. Das sagt auch ihr Name: „Tanne“ kommt vom mittelhochdeutschen „Tan“ und bedeutet Forst.

Mit Tannenzweigen lässt es sich wunderbar dekorieren und überall für Weihnachtsstimmung sorgen.

Überzeugende Vielfalt

Tannen für den Garten kommen aus aller Welt und entsprechend groß ist deren Vielfalt. Je nach Art und Sorte werden sie recht groß oder bleiben zwergenhaft klein, ihre Form gleicht mal einem Kegel, mal einer schlanken Säule, einige wachsen zu einem breiten Busch, andere kriechen am Boden. Die Nadeln sind spitz oder weich und ihre Farben reichen
von Dunkelgrün bis Goldgelb oder gehen ins Bläuliche. Und dann gibt es noch die „Weihnachtsbäume“. Der Klassiker unter ihnen ist die Nordmanntanne (Abies nordmanniana). Sie steht in drei von vier geschmückten Wohnzimmern. Kein Wunder, denn die Nordmanntanne nadelt nicht, sticht nicht, wirkt edel und erfreut noch lange nach den Feiertagen mit ihrem frischen Grün. Draußen aber wächst der aus dem Kaukasus stammende Baum recht schnell zu einem prächtigem, 25 Meter hohen und sehr ausladenden Exemplar heran. Das ist nur etwas für sehr große Gärten.

Die Koreatanne passt gut in jeden Garten. Ihre aufrecht stehenden, violett-purpurfarbenen Zapfen zerfallen erst im Frühjahr.

Sehr beliebt und zu empfehlen ist dagegen die Koreatanne (Abies koreana). Sie zeigt sich im Winter von ihrer schönsten Seite und liefert ihren Weihnachtsschmuck in Form ihrer Zapfen gleich mit. Die sind nämlich groß, stehen aufrecht und fallen durch ihre Buntheit auf. Das bietet bis ins Frühjahr hinein einen schönen Anblick, erst dann zerfallen sie.
Wunderschön und mit leichtem Blaustich überzeugt die Spanische Tanne (Abies pinsapo). Sie braucht einen durchlässigen Boden und mehrere Stunden Sonne am Tag. Von ihr gibt es schnell und langsam wachsende Sorten. Letztere eignen sich auch sehr gut als Kübelpflanze, genauso wie übrigens die Zuckerhutfichte (Picea glauca ‚Conica‘), ein
auch im Garten beliebter und durch seinen kompakten, streng kegelförmigen Wuchs sehr dekorativer Nadelbaum. Kübelpflanzen sollten im Winter vor Frost geschützt werden.
Dazu den Kübel mit einer Kokosmatte fest umwickeln und an frostfreien Tagen das Gießen nicht vergessen.

Die Zapfenfichte bildet schöne, große Zapfen, mit denen es sich bestens basteln lässt.

Die weitaus beliebteste Fichte ist die Blaue Stechfichte (Picea pungens ‚Glauca‘), auch Blaufichte genannt. Durch ihr blaugrünes Nadelkleid wirkt sie sehr ansprechend. Kinder werden ihre Freude an der Zapfenfichte (Picea abies ‚Acrocona‘) finden. Sie bildet sehr früh schon sehr große, lange und schöne Zapfen. Junge Zapfen sind strahlend rot, später werden sie bräunlich. Die meisten Fichten sind anspruchslos und kommen mit den meisten Gartenböden zurecht, aber sie brauchen Sonne bis Halbschatten.

Die Blaufichte, hier die beliebte Sorte ‚Glauca‘, wächst schnell zu einem mittelgroßem Baum heran. Sie wirkt sehr dekorativ und wird gerne als Sichtschutz gepflanzt.

Zapfen als Wetteranzeiger

Alle Nadelbäume bilden Zapfen, manche allerdings erst nach 30, 40 oder gar 50 Jahren. Die Zapfen sind für jede Art charakteristisch und anhand der Zapfen kann wirklich jeder
Fichte und Tanne unterscheiden. Bei der Tanne stehen die Zapfen aufrecht. Wenn die Samen reif sind, zerfällt der Zapfen. Die Schuppen fallen einzeln herab, die Spindel bleibt
auf dem Ast stehen. Anders die Fichtenzapfen: Sie hängen am Ast, bleiben als Ganzes erhalten und fallen als Ganzes auf den Boden. Nur mit Fichtenzapfen kann gebastelt werden. Reife Zapfen können sogar das Wetter vorhersagen: Bei gutem Wetter öffnen sich nämlich die Schuppen, um die Samen zu entlassen. Nähert sich eine Regenfront, dann
schließen sie sich. Ein Strohhalm zwischen die geöffneten Schuppen geschoben und mit Sekundenkleber befestigt, hebt und senkt sich mit – und kündigt Sonne oder Regen an.

Tannen und Fichten – die perfekten Weihnachtsbäume für draußen.

 

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