Hier fühlen sich Biene Maja und ihre Freunde wohl! Aus alten Dosen und Naturmaterialien basteln wir einen Unterschlupf für Insekten.

Insekten sind krabbelnde Helfer im Garten, doch oftmals fehlen ihnen in unserer aufgeräumten Kulturlandschaft geeignete Lebensräume. Wildbienen, Schmetterlinge, Marienkäfer, Ohrenkneifer und andere Nützlinge siedeln sich daher gerne in Insektenhotels an. In Bambus- oder Schilfrohr, zwischen Stroh oder Tannenzapfen finden sie gute Nistbedingungen.

Ein Insektenhotel für Bienen basteln

Freya möchte ein Insektenhotel für Wildbienen basteln. Wildbienen bilden keine Staaten und müssen daher auch keinen Honig verteidigen – im Garten sind sie also für den Menschen völlig ungefährlich. Die verschiedenen Arten nisten zum Beispiel in Mauerspalten, Erdlöchern oder hohlen Schilfstängeln.
Dabei ist es wichtig, dass die Sonne den Nistplatz für die Brut gut wärmen kann und er gleichzeitig regengeschützt ist. Die Brutröhren sollten je nach Bienenart zwischen 2 und 9 Millimeter breit sein.
Freya sucht dafür am nahe gelegenen Fluss trockene Schilfstängel vom vergangenen Jahr. Schilfrohr oder auch Bambus eignen sich durch die Röhrenform besonders gut für ein Wildbienenhotel.

Insektenhotel aus Dosen
Ein tolles Bastelprojekt! Aus Konservendosen und Plastikflaschen basteln wir ein hübsches Insektenhotel.

Eine Dose wird zum Hotel

Grundlage von Freyas Insektenhotel sind alte Konservendosen in verschiedenen Größen. Damit der Unterschlupf nicht nur funktional, sondern auch dekorativ wird, will Freya aus den Dosen fröhliche Bienen basteln, die sie später im Garten aufhängen kann. Zunächst muss sie daher die Löcher für die Aufhängung und die Bienenbeine bohren. Dafür markiert sie sich in der Dosenmitte ein Loch für die Aufhängung. Dabei ist es ideal, wenn die Dose später ein wenig nach unten geneigt hängt, sodass sich kein Regenwasser im Inneren sammeln kann.

Insektenhotel aus Dosen. Löcher bohren
Mit Hammer und Nägeln werden die Löcher für die Aufhängung und die Beine geschlagen.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Dose markiert Freya die Löcher für die sechs Bienenbeine. Nun legt sie die Dose auf eine feste Unterlage und schlägt an den markierten Stellen einen Stahlnagel vorsichtig durch die Dose. Indem sie den Nagel im Loch noch etwas dreht, kann sie dieses etwas vergrößern.
Nun wird die Dose gelb gefärbt. Das beste Ergebnis erhält man mit Sprühfarbe.
Wegen der Aerosole sollte die Dose aber unbedingt im Freien und mit einer Atemmaske besprüht werden. Wer mehr Geduld mitbringt, kann die Dose auch mit Acrylfarbe oder Lack bemalen. Dabei sind mehrere Schichten mit den entsprechenden Trocknungszeiten nötig.

Insektenhotel aus Dosen. Mit Farbe besprühen.
Die Dose wird gelb gefärbt.

Schwarze Streifen und Kordelbeine machen aus der Dose eine flotte Biene

Die Bienenstreifen klebt Freya mit schwarzem Isolierband auf. Das ist flexibel und legt sich gut um die geriffelte Dosenwand. Dabei achtet Freya darauf, nicht aus Versehen eines der Löcher wieder zuzukleben.
Als Nächstes fädelt Freya die Kordel für die Beine und die Aufhängung durch die Löcher. Für zwei Beine zieht sie ein Kordelstück durch zwei gegenüberliegende Löcher und knotet an die Enden je eine Holzperle als Fuß an. Auf diese Weise können die Beine in die gleichmäßige Länge gezogen werden und rutschen nicht aus den Löchern heraus. Für die Aufhängung wird eine Schlaufe von innen nach außen gezogen, die Enden werden verknotet, sodass der Knoten innen liegt und der Schlaufe Halt gibt.

Insektenhotel aus Dosen. Schwarze Streifen und Kordelbeine
Aus Kordeln und Holzperlen werden Beine, aus schwarzem Isolierband Streifen.

Das Insektenhotel wird eingerichtet

Nun kann man schon gut die Biene erkennen und es geht ans Einrichten des Insektenhotels. Freya misst dabei mit einem Rohrstückchen die Tiefe der Dose und schneidet mithilfe dieses Maßes viele gleich lange Rohrstücke zurecht. Diese füllt sie in die Dose und stopft so lange weitere Stücke hinein, bis das Füllmaterial eng gesteckt ist und auch beim Umdrehen der Dose keine Rohrstücke mehr herausrutschen.

Insektenhotel aus Dosen. Füllung
Schilfrohr oder dünne Bambusrohre zurechtschneiden und eng in die Dose stecken.

Flügel und Augen aus Verpackungsmaterial

Ganz im Sinne des Upcyclings bekommt die Biene zu guter Letzt noch Flügel und Augen aus einer PET-Flasche und Kronkorken. Dafür zeichnet Freya die Umrisse der Flügel mit einem Permanentmarker auf die Plastikflasche auf und schneidet sie mit einer Schere aus. Tipp: Lieber zunächst die Flügel etwas größer ausschneiden und dann bei Bedarf anpassen. Den Marker braucht Freya auch, um die Augen auf die Kronkorken zu malen. Nun legt sie die Augen so auf den Dosenboden, dass die Aufhängung oben in der Mitte sitzt, damit das Gesicht später nicht schief liegt. Je nachdem, wie die Augen ausgerichtet werden, kann die Biene einen fröhlichen, frechen oder verträumten Gesichtsausdruck bekommen. Wenn die Entscheidung gefallen ist, werden die Augen mit einem Tropfen Heißkleber fixiert. Zu guter Letzt malt Freya ihrer Hotelbiene noch einen fröhlichen Mund.

Insektenhotel aus Dosen. Gesicht basteln
Mithilfe von Kronkorken und schwarzem Marker bekommt unser Bienenhotel ein niedliches Gesicht.

Dann geht sie auf die Suche nach einem sonnigen, südwärts gerichteten Platz im Garten und wartet gespannt auf die ersten Gäste in ihrem Wildbienenhotel.

Eine ausführliche Step-by-Step-Anleitung mit Text und Bild finden Sie in dieser Ausgabe von LandKind.

Text & Fotos: Stephanie Berger