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Eisenkraut (Verbena officinalis) in voller Blüte – aufrechte Stängel mit kleinen weißen bis hellrosa Blüten

Eisenkraut: Heilpflanze mit langer Geschichte

Eisenkraut (Verbena officinalis) in voller Blüte – aufrechte Stängel mit kleinen weißen bis hellrosa Blüten

Eisenkraut kannten schon die Kelten – und die Pflanze hat bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Was die Heilpflanze so besonders macht, wann sie blüht und wie du sie richtig schneidest, erfährst du hier.

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Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) ist eine alte Heilpflanze mit erstaunlich vielen Einsatzmöglichkeiten. Es blüht ausdauernd von Mai bis Oktober, wächst 20 bis 75 Zentimeter hoch und fühlt sich zu Hause an sonnigen Standorten besonders wohl. Alles, was du über Eisenkraut Standort, Blütezeit, Wirkung und Tee wissen musst, findest du hier.

So erkennst du echtes Eisenkraut

Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) wächst 20 bis 75 Zentimeter hoch. Das Kraut bildet einen oder mehrere aufrechte, verzweigte und kantige Stängel.

Die Blätter fühlen sich ungewöhnlich an, ein wenig wie hartes Papier. Die Blattunterseite ist stellenweise fein behaart.

Eisenkraut (Verbena officinalis) – botanische Illustration mit Stängel, Blättern und violetten Blüten

Im Garten ist Eisenkraut meistens wegen der Farbtupfer aus hellrosa bis violett gefärbten, unzähligen winzigen Blüten gern gesehen. Es blüht recht ausdauernd von Mai bis in den Oktober hinein und ist beliebt bei Bienen. Die Blüten bilden im Frühjahr Samenkapseln, die zu Boden fallen und im nächsten Jahr neue Eisenkrautpflanzen bilden. Außerhalb kultivierter Gartenanlagen findet man das Eisenkraut am Wegrand und auf frisch geschüttetem Ort – bis auf 1.000 Meter Höhe in Berglagen.

Getrocknete Eisenkraut-Blätter in einer Glasschale – selbst geerntet für Eisenkraut Tee
Wenn du Eisenkraut im eigenen Garten hast, kannst du die Blätter für den Tee selbst ernten und trocknen.

Wärmeliebendes Kraut

Die Heilpflanze wächst überall auf der Welt, wo es warm genug ist – am besten an sonnigen Standorten. Trotzdem braucht es viel Wasser. Außerhalb kultivierter Gartenanlagen findet man es am Wegrand und in bis zu 1.000 Meter hohen Berglagen.

Achtung, Namensvetter!

  • Auch Zitronenverbene wird häufig als Eisenkraut bezeichnet.

Beide gehören zur selben Familie. Die Zitronenverbene hat aber ein zitroniges Aroma, andere Inhaltsstoffe und unterscheidet sich in der gesundheitlichen Wirkung. Sie steckt oft in kosmetischen Produkten und wird wegen des erfrischenden Geruchs vor allem in der Schweiz gerne als Tee getrunken.

Zitronenverbene Tee in Glasstasse – oft mit Eisenkraut verwechselt, aber eine andere Heilpflanze
Zitronenverbene wird oft auch Eisenkraut genannt, hat aber eine ganz andere Wirkung und schmeckt auch erfrischender.
  • Echtes Eisenkraut hingegen enthält viele Bitterstoffe und wird mit Sicherheit nicht wegen des feinen Geschmacks konsumiert.

Eisenkraut in der Antike

Eisenkraut galt bereits in der Antike als Universalheilpflanze. Im alten Ägypten kannte man die Pflanze als „Träne der Isis“ und sprach ihr damit eine göttliche Herkunft zu. Römische Tempel wurden mit dem Kraut zur Reinigung ausgeräuchert. Außerdem diente Eisenkraut als Opfergabe für den Gott Jupiter. Ein Liebestrank aus der Pflanze sollte garantieren, dass die Verbindung ewig hält und unverwundbar ist.

Heilkraut der Kelten

Der alten Pflanze wurden – wohl wegen der spröden Haptic ihrer Blätter – bereits von den Kelten entsprechende Eigenschaften zugeschrieben: Einerseits sollte der Pflanzensaft beim Schmieden des Eisens helfen und die Werkzeuge oder Waffen noch mehr Härte verleihen. Andererseits nahm man an, dass das Kraut Wunden heilen könne, die von Eisen verursacht wurden. Dann durfte es allerdings niemals von Eisen berührt werden – sonst verlöre es seine Wirkung, so glaubte man.

Keltische Druiden schätzten Eisenkraut auch als Zutat für Weihwasser, als Wehrmittel oder gegen Kopfschmerzen. Noch immer verbreitete volkstümliche Namen wie Druidenkraut, Eisenheil, Stahl- oder Wundkraut erinnern an diesen Brauch.

Eisenkraut: Die Inhaltsstoffe

  • Eines vorneweg: Dem Namen zum Trotz enthält Eisenkraut kein Eisen!

Dafür stecken neben Flavonoiden unter anderem die sogenannten Pflanzenstoffe Verbenalin, Hastanosid und Verbasosid in den Pflanzenzellen. Sie sorgen für eine schlafffördernde Wirkung, Schutz vor freien Radikalen und können manche Haut- und Nagelprobleme lindern. Die enthaltenen Gerbstoffe können bei Durchfall und Appetitlosigkeit hilfreich sein.

Vielfältige Anwendungsgebiete

  • Auch bei Husten kann Eisenkraut in Tees anderen Kräutern unterstützend beigegeben werden. Es wirkt leicht schleimlösend und entkrampfend.
  • Echtes Eisenkraut steckt in Tabletten aus der Apotheke, die bei Nasennebenhöhlenentzündungen angewandt werden.
  • In der Homöopathie wird Verbena officinalis auch gegen Hauterkrankungen, Husten, Halsreh sowie Nieren- und Darmproblemen eingesetzt.
  • Das Kraut soll zudem die Milchbildung stillender Mütter fördern.

Für einen Tee schneidet man während der Blütezeit das ganze Kraut. Dann wird es als Bündel zum Trocknen an einem geschützten Ort aufgehängt.

Eisenkraut Extrakt in Glasflasche aus frischen Verbena officinalis Zweigen
Homöopathische Eisenkrautpräparate werden z. B. bei Nieren- oder Darmerkrankungen angewandt.
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